Den Samstahg im Grunde zur freien Verfügung und so einiges auf dem Fussballmenü. Ich entschied mich gegen das Budapester Derby, nicht zuletzt weil das wohl 6 Uhr aufstehen bedeutet hätte. Stattdessen gings mal wieder auf alten Pfaden in die Slowakei. Hatte den Vorteil, dass es erst um 14 Uhr daheim losging. Ziel war die Partie Dunajska Streda gg Slovan. In den letzten Jahren gabs immer wal wieder trouble, inlusive einem Spielabbruch. Die Partie wurde daher zuletzt immer selten dämlich angesetzt, z.B. dienstags 16 Uhr o.ä.. Die "An den letzten Spieltagen müssen alle Spiele parallel stattfinden"-Regel half aber diesmal und da sich DAC nächste Saison eine Klasse tiefer befinden wird, war das Match wohl eine letzte Chance, die Paarung zu sehen.
Über Stadlau gings nach Bratislava, wo ich knackige 9 Minuten hatte, um ein Ticket für die Weiterfahrt zu erwerben. Bei meinem letzten Besuch in Dunajska Streda waren noch die Uralt-Ostblock- "Züge" im Einsatz. Umso verwunderter war ich über die nagelneuen, topmodernen Züge, die selbst für deutsche/ösi Verhältnisse super waren, inklusive Hostessen als Zugbegleiterinnen. Alles hat seinen Preis. Return Ticket für die 50 km Fahrt: 2,20 Euro. Slowakei rockt!
In Dunajska Streda angekommen hatte ich etwa 50 Minuten Zeit bis zum Kickoff. Bereits am Bahnhof standen dann schon cops rum, die aber nichts zu tun bekamen. Die Slovanfans kamen wohl alle im Sonderzug. Am Ground war dann die Hauptzufahrtsstrasse gesperrt, bzw. für die Slovanfans reserviert und mit massig Obrigkeit abgesichert. Für mich hiess das einen Spaziergang durhc Plattenbauten, dauerte aber keine 5 Minuten länger. Tickets waren kein PRoblem, der ground war de facto leer. Gerade mal 800 Zuschauer fanden sich ein. Keine Spur von dem recht gut besuchten Fansektor, den ich beim letzten Besuch noch auf der Gegengerade bestaunen durfte. Das Spiel zog aber wohl ein paar Hopper an, recht leicht zu identifizieren zwischen Slowaken.
Aus Bratislava kam eine ganz ordentliche Anzahl an Fans mit, allerdings wie schon in Trnava weit weniger als von mir vorab erhofft. Nichtdestotrotz sorgte auch die halb-gefüllte Slovantribüne für ordentlich Rabatz. Böller und PYro flog auf den Rasen, dazu Gepöbel Richtung der DAC Fans. Das Spiel wurde zwischenzeitlich sogar kurz unterbrochen, bis sich der Böllerregen etwas gelegt hatte. Reinhold Beckmann wäre bestürtzt gewesen. Eine Schnittstelle für den slowakischen Fussball. In der Slowakei kein PRoblem. Kurz gewartet, weiter gehts.
Neben Pyro-Regen wurde das Spielfeld durch verbale Einwürfe von keinem geringeren als DAC Trainer Werner Lorant auf Trapp gehalten. Lorant wie eh und je Rohrspatz an der Seitenlinie. Schön, dass es ihm gut geht.
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund konnte sich DAC ein 2:0 Vorsprung rausspielen, mit freundlicher Unterstützung der 4 afrikanischen Legionäre im Team. Die Slovan Fans erfreute das natürlich wenig. Weiter gins mit Böller und Co und so wurde kurzerhand noch vor der 60. Minute ds Gästeblock geräumt und die Damen und Herren zurück nach Bratislava verfrachtet. Zirkus Slovan. Sie verpassten die Aufholjagd ihres Teams. Durch einen Dreierpack mit einem Elfre als Abschluss dreht Slovan das Spiel. Wichtig im Kampf um den Europa League Platz.
Nahc dem SChlusspfiff schaute ich wieder kurz bei meinem Stamm-Lidl in Dunajska Streda vorbei und orientierte mich Richtung Bahnhof. Dort stand schon der schicke Zug bereit und los ging Richtung Bratislava. 5 Slovan-Fans, darunter ein Mädel hatten sich wohl dem Sonderzug entzogen und sassen ein Abteil weiter. Da das ein oder andere Bier getrunken wurde, war die Zugbegleiterin in Stöckelschuhen wohl überfordert. Dementsprechend hatten wir einen Aufenthalt von fast 45 Minuten irgendwo in der Pampa, ehe ein Trupp Einsatzpolizisten erschien und 15 Minuten mit den Slovanfans diskutierte. Super. Den tollen Plan, die 1,5 Stunden Aufenthalt in Bratislava für einen kurzen Stadtbummel zu nutzen konnte ich mir in die Haare schmieren. Stattdessen gabs nur ne Pizza am Bahnhof, die im Grunde komplett aus Käse bestand, dazu ein Bier aus der Dose. Real classy, 7 Euro, old school Slowakei.
Danach gings wohl genährt mit dem Zug zurück nach Wien und ab ins Bett. Netter Ausflug, hat wieder Lust auf Slowakei gemacht. |